Überrascht nimmt die CDU-Fraktion diesen Schritt unseres Finanzexperten mit außerordentlichem Bedauern zur Kenntnis, hat aber Verständnis für die Konsequenz in seinem Handeln. Dirk Böning war seit 2001 Mitglied des Gemeinderates und des Verwaltungsausschusses. Er gehörte der CDU-Fraktion als parteiloses Mitglied an und wurde mit der Übernahme des Ratsvorsitzes ein echtes politisches Schwergewicht in der laufenden Wahlperiode. Solide Finanzen als eine Frage der Generationengerechtigkeit war oberstes Ziel seiner Ratsarbeit. Er betrieb die ehrenamtliche Tätigkeit mit hohem persönlichem Engagement und exzellenter Kenntnis der Sachlagen. Die CDU-Fraktion sowie die Gruppe CDU-Grüne im Gemeinderat Friedland danken Dirk Böning für sein außergewöhnliches Pflichtbewusstsein und seine Zusicherung, uns auch weiterhin mit seinem Fachwissen beratend zur Seite zu stehen.
Es hat niemand erwartet, dass die von Dirk Böning aus unserer Gruppe eingebrachten konkreten Sparvorschläge in der Verwaltung Freudenrufe bei den Betroffenen hervorrufen. Aber die Konsequenz aus der - immer wieder von Bürgermeister Andreas Friedrichs eingeforderten und angemahnten - Einbringung konkreter Sparvorschläge, muss doch in deren Diskussion und einer anschließenden Modifizierung der Anträge bestehen. Im konkreten Fall aber handelte es sich um verachtende Ablehnung und undemokratische Äußerungen: Die SPD sah in unseren Vorschlägen „keine Vorschläge“ und warf der Gruppe CDU-Grüne überdies vor, „mit Dreck zu werfen“. Die inzwischen persönlichen Anfeindungen gegenüber Dirk Böning gehen eindeutig zu weit. Es macht uns schlicht und ergreifend fassungslos, dass offenbar weder Mann noch Frau in unserer Gemeinde zugestanden wird, ein politisches Mandat frei zu gestalten und der politisch Andersdenkende auch vor Eingriffen in die Privatsphäre eines Ratsmitglieds nicht zurückschreckt. Wenn sachliche Argumente, die nicht gewünscht sind, zur radikalen und auf die persönliche Ebene abgleitende Bekämpfung des „angenommenen Gegners“ führen, haben wir in Friedland ein massives Problem mit dem Demokratieverständnis.
Mit Dirk Böning als Ratsvorsitzendem ist nach der ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Margot Blotevogel eine weitere politische Größe in Friedland aus dem Rat ausgeschieden, die sich engagiert für die Bürgerinnen und Bürger in Friedland eingesetzt hat und dabei dem Bürgermeister auch mal in die Parade gefahren ist. Ob dessen Machterhaltungstrieb noch weitere Opfer in der Gemeinde fordert, wird sicher im Laufe der Woche publik. Diese Amtsführung kann nicht richtig sein. Wir brauchen einen Wechsel für Friedland.