Ergänzungen zum Thema Dorfentwicklung Niedernjesa
Unsere harsche Kritik wurde erwartungsgemäß nicht vom Bürgermeister und der SPD-Fraktion akzeptiert werden. Aber dennoch sind die Ratsbeschlüsse nicht umgesetzt, 1. die Initiativgruppe Dorfzentrum Alte Gärtnerei Niedernjesa zur Durchführung einer Veranstaltung im Vorfeld einer Machbarkeitsstudie gemäß dem Angebot der HAWK in Höhe von 500-700 € zu unterstützen und 2. die Einladung zu dieser Veranstaltung durch den Bürgermeister der Gemeinde Friedland auszusprechen. Der erste Beschluss ist einstimmig, der zweite mehrheitlich mit den Stimmen der Gruppe CDU/Grüne und wenigen aus der SPD-Fraktion gefasst worden. Auf Grund eines Gesprächs zwischen Bürgermeister und HAWK kam die angekündigte Aufnahme in ein Forschungsprojekt nicht zustande.
Das Scheitern der Zusammenarbeit ist bedauerlich, denn wir erhofften übertragbare Aussagen zur Demografie und Entwicklung von Dorfzentren. Ein zweiter Punkt, der insbesondere für die CDU-Fraktion primär zählte, war eine finanzielle Entlastung in Bezug auf die Planungskosten für unsere Gemeinde. Die Auftaktveranstaltung war als Abfrage für die Zustimmung oder Ablehnung aus der Ortschaft gedacht. Die öffentliche Diskussion ist die Grundvereinbarung der Gruppe CDU/Grüne im Friedländer Gemeinderat, daher sollen die Einwohner frühzeitig einbezogen werden, und das Meinungsbild die weitere Vorgehensweise beeinflussen.
Der Bürgermeister erläuterte die konträren Diskussionen in der Ortschaft Niedernjesa gegenüber der Projektleitung der HAWK. Als erfahrener Politiker wusste er sicher um die Wirkung seiner Rede und nahm diese Absage bewusst in Kauf. Die Gesprächspartner interpretierten die Aussagen entsprechend und haben den Rückzug aus dem noch nicht einmal begonnenen Projekt angetreten, da keine Zukunftsperspektive ersichtlich wurde.
Der Inhalt des Bürgermeistergesprächs sei ihm nicht bekannt und das Ergebnis auch nicht gewünscht, so Herr Rozeck telefonisch zur Gruppenvorsitzenden. Die ursprüngliche Idee, den Bebauungsplan für das Gärtnereigelände in eine reine Wohnbebauung abzuändern, der aus SPD-Kreisen vorgetragen wurde, sei zunächst nicht mehr vorrangig. Die Bürgerinitiative konnte überzeugen, dass auch andere Optionen denkbar wären. Auch die Fraktionsvorsitzende der SPD teilte per Mail und in einem offenen Brief mit, dass die Entwicklungen im Rahmen des demografischen Wandels natürlich eine Herzensangelegenheit der SPD sei. Sie hatte den beiden Ratsbeschlüssen zugestimmt, im Gegensatz zur anderen Fraktionskollegen, die sich enthielten bzw. gegenstimmten.
So weit zu den Befindlichkeiten. Nun stellt sich die Frage: Wie wird jetzt weiter vorgegangen, um die Beschlüsse des Rates umzusetzen?